50. Jähriges Jubiläum

2020 wird das Fla FLA sein 50 jähriges Bestehen feiern!


EIN ORT DER SOLIDARITÄT
…in einer Welt die auf Konkurrenz basiert.

Wir wollen dieser Gesellschaft einen Ort entgegensetzen, in dem wir gemeinsam und solidarisch für unsere Belange einstehen. Einen Ort an dem wir uns ausprobieren, frei von Leistungszwang. Einen Ort an dem wir voneinander lernen ohne Benotung und Sanktion. Einen Ort an dem wir Feiern und Kultur einen Raum geben ohne kommerzielles Interesse. Einen Ort an dem wir uns austauschen, diskutieren und organisieren gegen die Zumutungen dieser kapitalistischen Gesellschaft. Einen Ort an dem wir mitbestimmen können.

Das wollen wir durch das Prinzip der Selbstverwaltung ermöglichen. Das bedeutet: Es gibt keine Chef*innen, die das Sagen haben. Alle Entscheidungen werden gemeinsam, demokratisch auf unserer Hausversammlung entschieden.

Wir laden dich ein mit deinen Ideen und Interessen vorbeizukommen und mitzubestimmen.

Das FLA FLA ist ein Ort für dich!


Unser Selbstverständnis

Alle ins FlaFla – Für eine Stadt von unten!
Selbstverständnis des Sozialen Zentrums FlaFla in Herford

Das Fla war seit 1970 für verschiedenste Menschen ein Raum, in dem sie zusammenkommen, sich austauschen und an dessen Gestaltung sie teilhaben konnten. Mit der Zeit kam die Einsicht, dass für einen solchen Raum, der möglichst frei von Hierarchien war und den Menschen die Möglichkeit bot, ihre Freizeit selbst zu gestalten, auch eine gesellschaftliche Aufgabe besteht.

Autonomes Jugend- und Kulturzentrum

Daher entwickelte sich das Fla im Laufe der Jahre zu einem autonomen Jugend- und Kulturzentrum, mit dem Anspruch, einen Ort auf unkommerzieller und selbstverwalteter Basis zu schaffen. Seit dieser Zeit gab es ein vielfältiges Programm an Kultur- und Freizeitangeboten, alles von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst organisiert und durchgeführt, ohne die Bevormundung durch Eltern, Lehrer*innen oder Chef*innen. Beispiel hierfür sind Jamsessions, Hausaufgabenhilfen, Kickerturniere, Konzerte und Partys so wie politische Veranstaltungen. Entscheidungen wurden auf der wöchentlich stattfindenden Hausversammlung gleichberechtigt und im Konsens getroffen.
Bis zu diesem Zeitpunkt wurden immer wieder verschiedene Räumlichkeiten angemietet und mussten wieder aufgegeben werden, wasmeistens  einen Wegbruch von Aktiven zur Folge hatte.

Fördermittel gestrichen

Im Jahr 2012 wurden dem „Verein für Sozial- und Kulturarbeit“, unserem Trägerverein, zusätzlich auch noch die Förderungsmittel der Stadt gestrichen. Dies jedoch hatte nicht etwa zur Folge, dass die Arbeit aufgegeben wurde, sondern führte dazu, dass nun alle anfallenden Aufgaben und Leistungen ehrenamtlich erledigt werden.

2015 – Ein Neubeginn: Das SZ FlaFla mischt sich ein

Im Jahr 2015 jedoch war es dem FlaFla möglich, ein eigenes Haus zu kaufen. Die grundlegenden Umbauarbeiten an diesem Gebäude brachten auch einen erneuten tiefgreifenden Wandel der inneren Strukturen mit sich. Die Einsicht, dass das selbstgesetzte Ziel, ein offener Ort für Menschen unabhängig von Gender, Herkunft, Alter und Geldbeutel zu sein, nicht erreicht wurde, führte zu einem langwierigen Reflexions- und Umstrukturierungsprozess. Aus dieser Diskussion resultierte die Änderung des Namenszusatzes „autonomes Jugend- und Kulturzentrum“ zu „soziales Zentrum“. Damit geht besonders das Ziel einher, nicht länger als Freiraum isoliert von der Gesellschaft zu sein, sondern im Gegenteil als dieser Teil der Gesellschaft zu sein und auf diese einzuwirken und sich an gesellschaftlichen Kämpfen zu beteiligen. Das „soziale Zentrum FlaFla“ soll also ein Akteur in der Stadtpolitik sein und sich deutlich positionieren.

Durch Bildungsarbeit, Informationsveranstaltungen, Stadtteilarbeit und Stellungnahmen wollen wir linke Politik in der Stadt wieder sichtbar und spürbar machen, unsere Positionen möchten wir vielen Menschen vermitteln und verständlich machen. Unser Haus soll aber vor Allem auch ein offener Raum sein, den wir mit vielen verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen teilen möchten.

Solidarität

Wir hoffen auf ein soziokulturelles Zentrum, welches als Anlaufpunkt für all diejenigen dient, welche sich im von Vereinzelung und Konkurrenz geprägten Alltag nicht wohlfühlen oder wohlfühlen wollen. Einer kapitalistischen Ellenbogengesellschaft, in welcher Profitmaximierung über den Bedürfnissen der Menschen steht, wollen wir ein solidarisches und aktives Miteinander entgegensetzen.
Ein Miteinander in dem wir uns gegenseitig unterstützen und ermutigen, egal ob wir von Repression betroffen sind und in Konflikt mit Behörden und Polizei kommen oder im Streit mit Chef*in und Arbeitsamt und in allen anderen Lebenssituationen. Dazu gehört natürlich auch, dass wir keinen Bock haben auf Rassismus, Sexismus, Homophobie oder Antisemitismus!
Mit solchen und anderen Diskriminierungen wollen kritisch umgehen und gegen diese vorgehen, auch wenn wir wissen dass wir nicht frei von ihnen sind und sie, wenn auch meist unbewusst, reproduzieren. Solidarisch heißt für uns in diesem Falle auch, uns gegenseitig auf ausgrenzendes Verhalten hinzuweisen und gemeinsam zu reflektieren.

Soziales Zentrum

„Soziales Zentrum“ bedeutet auch weiterhin, einen Raum zu bieten in dem sich kritische und unkommerzielle Kultur in Herford behaupten kann. Genauso wichtig wie zu Gründungszeiten bleibt das Prinzip der gleichberechtigten Teilhabe an Entscheidungsprozessen, wir haben keine formellen Hierachien und versuchen, Wissenshierachien soweit es geht abzubauen.
Das FlaFla ist also ein soziales Zentrum mit dem Anspruch, sowohl linke Politik, gesellschaftliche Fragen, als auch soziokulturelle Arbeit unkommerziell und in Selbstverwaltung zu diskutieren und zugänglich zu machen.

Wir wollen ein offenes Haus für alle Menschen die unsere Ideale und Ideen teilen oder an diesen teilhaben möchten!
Wir hoffen auf viele neue Gesichter, die mit uns gemeinsam für eine gerechtere Zukunft streiten!
Wir freuen uns jederzeit über konstruktive Kritik, die unseren Prozess voranbringt und bestärkt!
Wir dulden keine (Neo-) Nazis, Reaktionäre und Nationalist*innen und zeigen keine Toleranz gegenüber diskriminierendem und
menschenverachtendem Verhalten!

Für eine Stadt von unten! Kommt zu uns ins SZ Fla Fla!

November 2017